, Felser Max

Nestsuche durch Triangulation mit Dochtgläsern

Am Dienstag 5. August 2025 haben sich um 17 Uhr mehrere interessierte Imker bei Irene in Lugnorre getroffen. Sie hat mehrere Asiatische Hornissen gesichtet und darum Dochtgläser aufgestellt. Bei unserem Eintreffen waren vor allem Wespen am Fressen, die aber ehrführchtig Platz machten, wenn eine Europäische Hornisse auftauchte.

Stephane wohnt nur 300 Meter weiter Westlich und hat auch zwei Dochtgläser aufgestellt. Dort haben wir nun unsere erste Asiatische Hornisse gesehen. Interessant war zu beobachten, wie die Europäische Hornissen die Asiatische Hornissen auf dem Dochtglas aktiv angegreifen und die Wespen sich vorsichtig zurückhalten. Man kann eine "Hackordnung" feststellen.

Nun haben wir die Asiatische Hornisse mit der Ausrüstung für die Zeichnung der Bienenköniginnen gelb markiert. Als die Hornisse wegfliegt wurde eine Stoppuhr gestartet. Die Hornisse war eindeutig nach Osten weggeflogen und war zur Überraschung von allen Imkern nach nur 2 Min 30 Sekunden wieder zurück am Dochtglas. Das Nest muss also im Osten in weniger als 300 Metern sein.

Als nächstes haben wir die "gelbe" Hornisse wieder gefangen und 100 Meter östlich vom Standort wieder freigelassen. Sie fliegt immer noch nach Osten weg.

Eine weitere Asiatische Hornisse taucht auf dem Dochtglas auf und wird weiss gezeichnet. Sie kommt nach der Futteraufnahme und einem Abflug nach Osten schon nach 2 Min 25 Sekunden wieder vom Nest zurück. Die Distanz ist also eher bei 240 Meter. Es kommt so was wie ein Jagtfieber auf, alle beteiligen sich aktiv an den Beobachtungen und den Überlegungen für die nächsten Schritte.

Die weisse Hornisse wird nun 300 Meter nach Osten, beim Dochtglas von Irene, freigelassen und fliegt nun nicht mehr nach Osten, sondern nach Süd-Osten. Die gelbe Hornisse wird etwa 300 Meter im Osten etwas südlicher freigelassen und fliegt jetzt nach Norden, Das Nest muss sich also in den Ferienhäusern in einem Umkreis von 100 Metern befinden.

Die weisse Hornisse kommmt erst nach 20 Minuten wieder zurück und will auf dem Dochtglas nicht mehr absitzen. Weitere Hornissen haben wir noch auf anderen Dochtgläsern gesehen, konnten aber nicht markiert werden. Um 19 Uhr brechen wir die Suche mangels verfügbaren Hornissen ab.

Bei den Bildern findet man auch  eine Kopie der Notizen und die Karte mit den Abflugorten und Flugrichtungen. Anstelle der Karte kann man auch Satelitenaufnahmen verwenden.

Zusammenfassung:

Wir konnten im praktischen Einsatz erleben wie mit einfachen Mitteln eine Triangulation möglich ist. In unserem Fall hatten wir schlussendlich nur zwei Asiatische Hornissen eingesetzt und konnten trotzdem den ungefähren Standort des Nestes eingrenzen. In einem nächsten Schritt muss man mit den Besitzern dieser Häuser Kontakt aufnehmen und in der Nähe des vermuteten Nestes ein Dochtglas aufstellen. Sollten sich dort weitere Asiatische Hornissen zeigen, kann die Suche weitergeführt werden.

An beiden Standorten hatte es auch Bienenvölker. Es konnte nicht beobachtet werden, dass sich die Asiatischen Hornissen für die Bienen interessierten, sie waren nur auf den Dochtgläsern. Wir haben keine Schutzkleider getragen, es war ein ruhiges und sicheres Arbeiten auch mit den Asiatischen Hornissen möglich.

Weitere Informationen: Anleitung zur Nestsuche durch Triangulation

Am Tag  nach der Suche sind weitere Hornissen und die beiden gezeichneten Hornissen auf dem Dochtglas beobachtet worden (siehe letztes Bild). Die Hornissen fliegen also mehrere Tage zur selben Futterquelle.

Nachtrag vom Mittwoch 7. August 2025:

Das Nest wurde heute Abend in einem hohlen Baum in einem Garten mit einem alten Baumbestand lokalisiert. Das Nest wurde auf assiatischehornisse.ch gemeldet und die kantonale Task-Force ist somit orientiert. Jetzt werden die kantonalen Stellen festlegen durch wen und wann dieses Nest vernichten wird. Dieser Fall ist hiermit für die Imker erfolgreich abgeschlossen. Es wird empfohlen sich diesem Baum/Nest ohne geeignete Schutzausrüstung bis zur Vernichtung nicht mehr als 5 Meter zu nähern.

2. Nachtrag: Am Samstag 9 August hat ein Schädlingsbekämpfer das Nest der Asiatischen Hornisse vernichtet.